Fettnapf: Wie Dir nie wieder etwas peinlich ist

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Oliver Pracht

Fast jedem passieren peinliche Dinge. Nie sind diese Momente leicht zu überwinden und nur selten kommt man ohne schiefe Blicke aus der Sache heraus. Peinlichkeiten sind ein Zeichen von Menschlichkeit. Kein Mensch ist perfekt und jeder macht Fehler. Man muss nur wissen wie man damit richtig umgeht  🙂

Es gibt aber auch Menschen, denen ist nichts peinlich. Die Glücklichen! Völlig schmerzfrei stolpern sie durchs Leben und bekommen von peinlichen Situationen nichts mit.

Peinlichkeit:
Das Wort Peinlichkeit leitet sich vom griechischen Wort poiné (Strafe) ab und bezeichnete früher einen (als Strafe gedachten) körperlichen Schmerz oder eine sehr unangenehme Belästigung. So verstand man unter einer peinlichen Befra-
gung im Mittelalter Verhöre unter Anwendung der Folter.

Inzwischen hat das Wort einen Bedeutungswandel durchlaufen und bezeichnet eher etwas Beschämendes. Was im Einzelfall als peinlich empfunden wird, ist jedoch stark von der jeweiligen Persönlichkeit, von kulturellen und auch von gesellschaftlichen Aspekten abhängig.

So ist es möglich, dass manch einer nichts von seinen peinlichen Situationen mitbekommt, denn peinliches ist für manche Menschen eben nicht peinlich, da sie eine völlig andere Sicht der Dinge haben. Das lässt den Schluß zu, dass sich Peinlichkeiten nur in unseren eigenen Köpfen abspielt.

Was ist mir peinlich?
Wovor schäme ich mich? In der Nase bohren und ertappt zu werden oder beim Schwarzfahren erwischt zu werden? Ausgelacht zu werden, weil ich als Kleinkind in die Hose gemacht hatte oder weil ich in Hundescheisse getreten bin?

Oder gerade weil ein Kleinkind schreit, ist die Mutter bestürzt und will es wiederOliver Pracht ruhig bekommen. Sie denkt: was denken die anderen von mir; Halten sie mich für eine schlechte Mutter?

Und hier sei anzumerken: was andere von uns denken, ist deren Problem! Ich bin ich und was ICH von MIR halte ist wichtig!


Peinliche Situationen sind im Nachhinein meistens amüsant:

Man erinnert sich, wie tollpatschig man war und welches verrückte Ende die Sache genommen hat. Solche Dinge hat sicher jeder von Ihnen schon erlebt.

Doch wieso denkt man eigentlich, dass man jetzt „dumm da steht“? Schließlich hat man nur einen kleinen Fehler gemacht: Vielleicht hat man beim Laufen nicht aufgepasst und ist an einem Bordstein gestolpert, vielleicht hat man den Namen einer Person vergessen, den Fleck auf dem Hemd nicht bemerkt oder einen Rechtschreibfehler übersehen.

Die Gesellschaft vermittelt in der Erziehung die Norm nie zu überschreiten, und dieses erweckt Schuldgefühle, Peinlichkeit und die Scham. Traumatisches Ereignis, traumatische Ereignis mit negativen Ausgang. Bestrafungsprozeduren in der Kindheit verursachen Unsicherheit.

Und diese Ängste können dann die Folge sozialer Defizite sein. Und diese Unan-
nehmlichkeiten hindern den Menschen sein Leben lang bis hin zu Komplexen.

Wenn Du Angst davor hast, in eine unangenehme Situation zu geraten oder bei anderen soziales Unbehagen hervorzurufen, dann gibt es gute Gründe dafür, die Angst abzulegen.

Getestete Wege, um dieses Gefühl zu überwinden:
1:
Ab und an kommt es bei den meisten Menschen zu Schüchternheit oder Scham aufgrund von Versprechern eine Unterhaltung zu zerstören oder zu Schwierigkeiten, mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen. Wenn Du Dich jedoch ständig so fühlst, dann könnte dies daran liegen, dass Du jede soziale Situation übermäßig analysierst, was sie als schlimmer erscheinen lassen kann, als sie es eigentlich ist.

2: Durch ein besseres Körperbewusstsein in unbehaglichen und Oliver Prachtfurchteinflößenden Situationen kannst Du bewusst wahrnehmen, dass Dein Adrenalinpegel steigt und den Wunsch bei Dir aufkommen zu lassen davonzurennen oder Dich zu verstecken. Lerne Dir in diesen Fällen selbst zu sagen: „Das ist nur eine kleine Angstreaktion, es wird gleich vorbei sein. Ich werde mich ruhig verhalten.” Je mehr Du in diesen Momenten mit Dir selbst sprichst, desto mehr wirst Du beginnen, sie unter Kontrolle zu bringen.

3: Steigere Dein Selbstvertrauen. Auch wenn Du Dich nicht selbstsicher fühlst kannst Du entweder so tun als ob, bis es sich entwickelt oder Du kannst Dich daran erinnern, so freundlich wie möglich zu sein. Es ist natürlich sehr schwer in Situationen, die uns in Angst, Furcht und Panik versetzen und in denen wir den Wunsch verspüren uns zu verstecken oder davonzulaufen, selbstbewusst zu sein. Dich selbst aber zu fragen „was ist das Schlimmste, was passieren könnte?“ ist ein guter Start.

4: Mit Pleiten, Pech und Pannen geht jeder Mensch anders um. Die einen sehen darin ein Beispiel der eigenen Fehlbarkeit und reagieren mit Erröten und Stottern. Die anderen gehen souveräner mit ihrem Fauxpas um und versuchen, die Situation mit ihrem Charme zu retten. So sehr man selbst unter diesen Missgeschicken leidet: Es wird wieder Gras über die Sache wachsen. Und meistens ist es mit einer Entschuldigung getan.

5: Ob eine Situation peinlich ist oder nicht, das entscheidet sich in den Köpfen der Beteiligten. Jemand muss die ganze Angelegenheit peinlich finden, sonst ist sie es nicht. Umgekehrt heißt das: Die Situation kann in Deinen Augen noch so harmlos sein. Sobald Dein Gegenüber sie als peinlich empfindet, ist sie es. Was Menschen peinlich finden, das unterscheidet sich mitunter ganz beträchtlich. Manchen ist etwas unsagbar peinlich, was anderen eher nebensächlich vorkommt. Das heißt aber nicht, dass Peinlichkeit etwas Willkürliches ist und wir es uns aussuchen können, was wir peinlich finden. Das ist gerade nicht so. Es bedeutet vielmehr, dass wir unsere Sicht der Dinge nicht absolut setzen dürfen.

6: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert  🙂

 

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